Die Falle der Selbstzweifel – Mein Rückblick

Uiuiui, ich weiß gar nicht richtig, wo ich diesmal anfangen soll… Die letzte Zeit war bei mir ganz schön turbulent, obwohl es nur schöne Dinge waren, hat es mich erschöpft. Passend zum Thema der letzten Wochen sind die Selbstzweifel wieder da gewesen.

Aber von Anfang an… In den letzten 1 ½ Monaten war ich sehr viel unterwegs. Dadurch, dass ich immer erst nach München musste, um von dort loszufahren, habe ich die Wochenenden immer weiter verlängert. Teilweise war ich nur drei Tage in Augsburg, um dann wieder heimzufahren (Was ist eigentlich zuhause? Ich habe mindestens zwei, wenn nicht drei, wenn man den VW Bus auch mitzählt 😉 ).

Ich will mich nicht beschweren, es war eine großartige Zeit und ich war die meiste Zeit von unglaublich schöner Natur umgeben. Wir waren viel in den Bergen, aber auch im Pinienwald am Strand oder einfach in unserem wunderschönen Garten. Das sind an sich alles Plätze, die mich glücklich machen und mich erden. In diesen Kurzurlauben war ich sehr glücklich, aber in der Zeit drum herum, ging es mir nicht so gut.

Ich war die ganze Zeit von Menschen umgeben. Das waren zwar nur Menschen, die ich liebe, aber trotzdem habe ich gemerkt, dass ich mehr Zeit für mich brauche. Das Problem ist, dass ich mir diese Zeit, wenn ich nicht in Augsburg bin nur selten nehme. Ich möchte ja am liebsten jede Minute mit meinen Lieben auskosten.

Wenn ich mich doch mal zurückziehe, verfalle ich meistens wieder in alte Muster und schaue Serien oder ähnliches… das entzieht mir auch mehr Energie als das es mir etwas bringt. Als letztes kommt noch der Süßigkeitenkonsum dazu der bei meinen Eltern meistens deutlich ansteigt (In Augsburg kaufe ich mir meistens einfach nichts) … da kann auch der super Entsafter von meiner Mama nur schwer gegensteuern 😀

Zusammengefasst sind das alles Dinge, die ich selbst beeinflussen könnte. Aber es fällt mir dort einfach unglaublich schwer… vielleicht weil ich in alte Muster verfalle, vielleicht auch weil es sich jedes Mal wie Urlaub anfühlt, wenn ich daheim bin… Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem, denn ich werde so unglaublich faul, wenn ich da bin und schiebe dementsprechend auch meine ganzen Arbeiten auf. Das entzieht mir dann noch mehr Energie und ich habe ein schlechtes Gewissen.

Dadurch, dass ich aber alles aufschiebe kann ich mich auch in den Tagen in Augsburg nicht von meiner Faulheit und Trägheit „erholen“, sondern habe nur diesen riesen Berg von Arbeit vor mir, der mich noch mehr abschreckt etwas zu tun (Vor allem, wenn ich weiß, dass ich zwei Tage später ja schon wieder weg bin…). Das ist ein wirklicher Teufelskreis für mich bei dem es mir momentan noch sehr schwer fällt auszusteigen.

Die Folge des Ganzen war natürlich, dass mein innerer Kritiker sich immer lauter beschwert hat und mich nach dem Motto „Was kannst du eigentlich?“ angepöbelt hat. Dadurch, dass er durchaus berechtigte Argumente hatte (Es wäre nicht so hart gewesen sich mal 1-2 Stunden zurückzuziehen und zumindest ein bisschen was Produktives zu tun) ist es mir sehr schwer gefallen ihn leise zu stellen.

Ich war sauer auf mich selbst, dass ich immer wieder in den Teufelskreis rutsche, das sogar bemerke und trotzdem „zu schwach“ bin, um mich daraus zu befreien. Da war der Gedanke „Alle anderen schaffen es doch auch produktiv zu sein, nur ich komme nicht vom Sofa!“ natürlich auch nicht weit und das Vergleichen mit anderen konnte so richtig losgehen. Da ich in den letzten Monaten auch etwas zugenommen habe, war das natürlich ebenfalls ein gefundenes Fressen und auf einmal waren meine Beine Kartoffelstampfer und meine Arme dick und schwabbelig. Das ist wirklich absurd und ich weiß, dass das nicht stimmt. Im Endeffekt geht es mir deutlich besser und ich bin gesünder seitdem ich ein bisschen zugenommen habe… aber in dem Moment war es ganz furchtbar und ich wollte mich nicht ansehen. Alles in allem kann man vielleicht erahnen, dass ich schon glücklicher und zufriedener war als zu diesem Zeitpunkt 😀

Infolge dieser ganzen Zweifel, der Faulheit und der Trägheit gemischt mit dem Gefühl nirgends richtig anzukommen und nur unterwegs zu sein, war meine Motivation für den Blog zu schreiben nur sehr klein. Ich habe mir zwar auch deshalb ein schlechtes Gewissen gemacht, aber es hat nicht dafür gereicht mich an meinen Laptop zu setzen und zu schreiben. Ich habe mich so unkreativ gefühlt, wusste überhaupt nicht, was ich schreiben sollte und wollte auch nicht irgendetwas lieblos hinklatschen, nur um etwas zu posten… dafür ist mir mein Blog zu schade.

Am Montag bin ich dann wieder nach Augsburg gekommen. Dienstag habe ich mit einem Großputz und Yoga meine Weichen auf Produktivität, Energie und „Loslegen“ gestellt. Die folgenden Tage habe ich mir morgens extra viel Zeit für meine Morgenroutine genommen genommen. Zusätzlich habe ich mich während ich mein Honigwasser getrunken habe und die frische kalte Luft (mein Sofa steht vor dem Fenster) genossen habe, ganz entspannt meine To-do Liste geschrieben, die ich dann über den Tag abgearbeitet habe. Dabei stand neben meinem Unizeug und Arbeitskram aber auch immer Zeit für mich auf dem Plan. Endlich hatte ich meine Routinen und einen strukturierten und produktiven Alltag wieder.

Ich habe richtig gespürt, wie ich wieder richtig positiv geworden bin. Ich habe wieder das Vertrauen in mich entdeckt, dass ich, wenn ich nur will, alles schaffen kann. Auch meine Selbstzweifel sind immer weniger geworden und ich fühle mich wieder richtig wohl in meiner Haut. Ab morgen bin ich schon wieder eine Woche unterwegs, es geht mal wieder nach Fulda. Aber ich zuversichtlich, dass ich trotzdem meine Arbeiten in der Zeit erledigen kann und eine tolle Zeit habe. Ich schaue wieder positiv auf mich und meine Zukunft.

Rückblickend ist es Paradox, dass genau jetzt so in die Selbstzweifel verstricken hab lassen. Gerade wo ich mich hier soviel damit auseinandergesetzt haben. Prinzipiell weiß ich ja, was bei mir solche Zweifel auslöst, aber zumindest bisher reicht das nicht, um mich vollständig vor ihnen zu schützen. Ich glaube aber, dass mir das Wissen darüber hilft, mich besser davon zu „erholen“. Zumindest habe ich während dieser Zeit immer eine Stimme im Kopf gehabt, die mir gesagt hat: „Stell dich nicht so an, eigentlich weißt du, dass es nicht so ist.“. Ich wollte sie in diesem Moment einfach nur nicht hören.

Kennst du solche Situationen? Wie gehst du damit um, hast du vielleicht einen Geheimtipp, den du teilen willst?

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