Neujahrsvorsätze? Ziele finden und erreichen!

Ich glaube, fast jeder hat sich schon mal Ziele oder Neujahrsvorsätze ausgedacht, welche im Endeffekt im Sand verlaufen sind, oder zu sehr viel Frust geführt haben. Wieso setzt man sich also Ziele? Macht das überhaupt Sinn? Was sind überhaupt meine Ziele und wie kann ich sie ohne Frust, mit Freude Erreichen? Diesen Fragen habe ich mich in diesem Artikel gewidmet und versucht Antworten zu finden.

Im Einhalten von Neujahresvorsätzen und Zielen war ich nie gut, entweder ich hatte meine Vorsätze nach einer Woche wieder vergessen, oder (eigentlich viel schlimmer) ich habe sie ein ganzes Jahr mit mir rumgetragen, meist ohne sie zu erreichen. Das Gewissen war natürlich dementsprechend schlecht… ich hatte ja auch 365 Tage Zeit, das Ziel zu erreichen, beziehungsweise mir vorzuhalten, es nicht zu erreichen. Dazu kam dann noch der obligatorische Vergleich mit Anderen, die es doch scheinbar spielend leicht schafften, die größten Veränderungen und Erfolge bei sich selbst zu bewirken. So ist der Frust immer größer geworden und das Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten und Ressourcen immer kleiner. Je öfter ich aus meiner perspektive „versagt“ habe, desto mehr habe ich mich in diesen Kreislauf hineinziehen lassen.

(Dazu muss man vielleicht Sagen, dass Disziplin noch nie unbedingt zu meinen Stärken gezählt hat und ich meistens bei allen Projekten immer kurz vor Schluss erst anfange, mich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Da diese Strategie bisher leider immer gut ausgegangen ist, fällt es mir sehr schwer, mich ohne Zeitdruck zu etwas zu motivieren… vielleicht kennt der eine oder andere ja das Problem. 😉 )

Ein bisschen Backgroundwissen für die Motivierten

Die Inhalte hier sind natürlich nicht auf dem Niveau einer wissenschaftlichen Arbeit. Es geht mir mehr darum, ein Gefühl für das Thema zu vermitteln und die Ergebnisse meiner kleinen Recherche mit euch zu teilen. Es gibt hier also nur einen kleinen Einblick in ein riesiges Themengebiet. 😉

Die Frage, die ich mir zuerst zum Thema Ziele und Neujahrsvorsätze gestellt habe ist:

„Braucht man das oder kann das weg?“

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen wollte ich erstmal wissen, was persönliche Ziele überhaupt sind (irgendwelche Spuren hat das Studium dann wohl doch in meinem Kopf hinterlassen…). Laut Brunstein sind es Anliegen, Projekte und Bestrebungen die im Alltag verfolgt und in der Zukunft realisiert werden sollen. Sie stellen ein Bindeelement zwischen der eigenen Persönlichkeit und der Motivation dar. So können Wechselwirkungen (Motivation – Ziele – Persönlichkeit) entstehen. Ein Beispiel dafür sind die Lebensziele und -vorstellungen einer Person, welche die Persönlichkeit, wie auch die Motivation zu bestimmten Handlungsweisen stark beeinflussen. Auch das soziale Umfeld und die zugehörigen Beziehungen haben einen Einfluss auf die Bildung und Realisierung von persönlichen Zielen. (Falls jemand mehr zu dem Thema wissen will, wurde in meiner Recherche das Buch „How To Get What You Want“ (1969) vom Autor Raymond Hull empfohlen. Ich werde auf jeden Fall mal reinschauen und dir bei Interesse gerne davon berichten.) Wir halten also fest, dass Ziele durchaus einen Einfluss haben. Nur ist dieser immer positiv?

Einfluss von Zielen

Das Erreichen von Zielen steht laut Emmons in einem positiven Zusammenhang mit dem eigenen Wohlbefinden und glücklich sein. Wesmann und Ricks stellen in ihrer „Mood and Personality“ Theorie sogar die These auf:

„Der Alltag glücklicher Menschen sei vom Streben nach Bedeutungsvollen Zielen ausgefüllt“

Diesen Gedankengang unterstützt auch die Theorie der Salutogenese von Antonovsky, welche die Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns als wichtigen Punkt für die Zufriedenheit und Gesundheit der Person sieht. Zudem kommt, dass durch das Erreichen von Erfolgen und Zielen das Selbstwertgefühl steigt und zukünftige Herausforderungen zuversichtlicher betrachtet werden. Insgesamt kann gesagt werden, dass persönliche Ziele dem Handeln und Erleben im Alltag Struktur, wie auch Bedeutung geben und somit zu einem glücklichen und erfüllten Leben führen.

Jedoch können Ziele auch negative Folgen haben, beispielsweise können zu hohe Ziele, welche für die Person selbst als unrealistisch erscheinen, eher das Gegenteil bewirken. Es kommt zu Versagensängsten und die Ziele werden überhaupt nicht angegangen. Bei tatsächlichem Versagen hat dieses einen direkten negativen Einfluss auf künftige Leistungen und der Selbstwert sinkt. Problematisch kann es ebenfalls werden, wenn die Ziele innere Konflikte bergen.

Beispiel: Du siehst, dass dein ganzes Umfeld auf einmal der „Fitnesswahn“ gepackt hat und hast das Gefühl, dass du jetzt auch super sportlich und hoch motiviert jeden Tag in den Sport gehen musst (ein bisschen Übertreibung muss sein). Da jeder Mensch aber anders ist und du vielleicht gar nicht so -Fitness motiviert bist wie dein Umfeld, sondern eher andere Interessen hast, entsteht hier ein Konflikt. Es kann also sein, dass du einen Haufen Zeit im Fitnessstudio verbringst, anstatt den Dingen nachzugehen, die dir tatsächlich Spaß machen, oder du gehst diesen Dingen nach, hast aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, weil du nicht im Sport bist. Somit macht dich dieses Ziel nicht glücklich, sondern setzt dich nur unter Druck.

Es wurden sogar Verbindungen zwischen den persönlichen Zielen von Personen mit Symptomen wie Depressivität, Ängstlichkeit und Alkoholmissbrauch gefunden. Diese fühlen sich oft an Ziele gebunden, welche ihnen selbst als unrealistisch erscheinen oder im Konflikt miteinander stehen.

Ziele finden und formulieren

Die Wahl der Ziele und deren Formulierung ist somit sehr wichtig. Überlege was dir wirklich wichtig ist, was dich tatsächlich glücklich macht, unabhängig von social Media und den Vorstellungen deines Umfeldes.

Es ist wie der Name schon sagt ein persönliches Ziel!

Hinterfrag deine Motivation hinter dem Ziel… Ist das „Warum?“ groß genug oder doch mehr von Anderen beeinflusst als von deinen eigenen Wünschen? Wenn du dir genau vor Augen führst, warum du dieses Ziel erreichen willst, dann ist es leichter, auch in schwierigen Situationen den Schweinehund zu besiegen.

Träume ruhig ein bisschen bei der Wahl des Ziels, aber wähle es so, dass kein Gefühl von Überforderung auftritt. Gerade wenn du mit dem Thema vielleicht schon schlechte Erfahrungen gemacht hast, bleib realistisch du wirst nach einem Jahr wahrscheinlich keinen Iron man bestreiten, fliegen lernen oder 200kg abnehmen. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ich glaube der Punkt ist klar 😉 Setz dir Ziele bei denen du dich wohlfühlst und du dich auf die Herausforderung freuen kannst.

Achte bei der Formulierung (egal ob auf Papier oder nur im Kopf) darauf, dass du die Ziele bereits konkret benennst. Ein Ziel, dass eher mal so daher gesagt ist, wie zum Beispiel „Ich will ein bisschen mehr laufen“ wird leichter vergessen/verdrängt als das Ziel „Ich möchte im Herbst einen Halb Marathon/10km schaffen“.  Zudem ist es so messbar und du siehst einen konkreten Erfolg.

Falls du auch so ein Trotzkind bist wie ich, vermeide Formulierungen mit „muss“, da schaltet zumindest bei mir der Kopf gleich ab und mein Schweinehund wird dreimal so groß… denn müssen tue ich ja gar nichts! 😀 Vielleicht probierst du auch mal aus, den Gewünschten Zielzustand in der Gegenwartsform zu beschreiben, also „Ich laufe 10km“.

Wie in vielen Lebenslagen gilt auch hier: vermeidet Vergleiche, ihr tut das nur für euch!

Das sind natürlich nur ein paar Anregungen, die ich für mich als nützlich empfinde… es gibt da bestimmt noch tausend andere Möglichkeiten. Falls du da besondere Strategien hast, immer her damit! Ich würde mich freuen, ein paar davon in den Kommentaren zu lesen.

Ziele erreichen

Bei der Zielfindung habe ich ja schon ein bisschen über das Warum und die Motivation geschrieben. Um sich regelmäßig an diese Gedanken zu erinnern, kann es helfen, sie einfach mal aufzuschreiben. Zudem kannst du dir ein Symbol suchen, welches für dein neues Ziel steht und dich jeden Tag an deine Motivation dahinter erinnert. Das kann zum Beispiel ein Armband oder ein schöner Stein sein. Es muss nicht zwangsläufig etwas mit deinem Ziel zu tun haben. Das Symbol ist schließlich nur für dich.

Vielleicht findest du ja auch Unterstützung in deinem sozialen Umfeld. Das macht es zum einen verbindlicher, weil du deine Gedanken teilst, zum anderen können dir deine Lieben gerade in schweren Situationen Kraft geben, um weiterzumachen und den Mut nicht zu verlieren.

Als letztes noch eine Strategie die ich dieses Jahr für mich das erste Mal ausprobiere…

Wahrscheinlich hat jeder schon mal davon gehört, dass es leichter ist, wenn man sich zu einem großen Ziel viele kleinen Ziele setzt. Deshalb habe ich mir vorgenommen, dass ich mir zu meinen „großen Zielen“ je 12 Schritte überlege. So habe ich jeden Monat eine kleine Aufgabe auf die ich mich freuen kann. Quasi ein Adventskalender mit Aufgaben für das neue Jahr. Dazu werde ich diese Woche nochmal einen ausführlichen Artikel schreiben und euch meine Vorsätze zeigen… vielleicht findet der ein oder andere ja noch Etwas, was sie oder ihn inspiriert 😉

Hier gilt natürlich das Gleiche wie bei der Zielformulierung… wenn du besondere Strategien hast, um deine Ziele zu erreichen, schreib sie mir gerne. Ich bin immer neugierig und probiere gerne Neues aus!

Gebt mir gerne Feedback zu dem Text, bzw. auch zu den Inhalten. Fandet ihr etwas besonders gut, oder hat euch etwas gar nicht gefallen, war langweilig, oder unverständlich? Alles, was ich an Rückmeldung bekomme, versuche ich natürlich in der Zukunft zu berücksichtigen, damit Ihr mehr aus meinen Texten mitnehmen könnt.

2 Kommentare bei „Neujahrsvorsätze? Ziele finden und erreichen!“

  1. Danke für den schönen Artikel. Ich habe selber auch immer mit dem inneren Schweinehund zu kämpfen, was mir da wirklich hilft, ist meine Ziele aufzuschreiben und meine Fortschritte schriftlich festzuhalten. Für mein Sportprogramm habe ich mir etwa für den Januar eine Liste mit Balken gemalt, in die ich jeden Tag die verschiedenen sportlichen Aktivitäten farblich kodiert und in ihrer Dauer eintragen und ausmalen kann. Das motiviert mich extra und ein kleiner Spaßfaktor ist gleich inklusive.

    1. Danke, dass hört sich gut an. So etwas ähnliches habe ich auch mal beim Laufen gemacht und immer die Distanz (2km = ein Kästchen) aufgemalt mit dem Ziel über die 100km Linie zu kommen. Ich finde es immer schön sich so seine Ziele und die kleien Erfolge auf dem Weg dorthin zu veranschaulichen! Das steigert natürlich die Motivation. Ich bin gespannt wie es läuft und wünsche dir ganz viel Motivation und Spaß dabei, dran zu bleiben.

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